Fragen und Antworten

Was heißt "allergikerfreundlich"?

Es heißt: Dem Allergiker Hilfestellungen anbieten, z. B. in Form von Beratung, z. B. bei Herstellung von Produkten auf allergene Zutaten verzichten.

Es heißt nicht: garantierte Sicherheit, da Verunreinigungen immer in Spuren möglich sind.

Lebensmittel sind hergestellt ohne Zusatz von z.B.:

Milch und Laktose, Ei, Nuss, Gluten – eine Deklaration erfolgt durch Schilder!

Die Verschleppung von Allergenen muss unbedingt vermieden werden!
 

Das Personal muss über den Umgang mit allergikerfreundlichen Produkten informiert werden, auch Aushilfskräfte (Vertretungen, Saisonkräfte).

Was ist in der Produktion zu beachten?
Getrennte Produktions- und Zubereitungsplätze von allergenfreien und allergenhaltigen Produkten.

Getrenntes Zubehör (Produktionszubehör sind alle Gegenstände die mit den Produkten in Berührung kommen, wie Geschirr, Bestecke, Unterlagen, Schneidbretter, Servierplatten, Rührgeräte und –bestecke, Zangen, Tortenheber, Kellen, Kochlöffel etc., z. B. Backform, Eisportionierer) für allergenfreie und allergenhaltige Produkte.

Gemeinsam verwendetes Zubehör muss gründlich gereinigt werden, bevor es mit den allergenfreien Produkten in Berührung kommt.

 

 

Wer wurde über das zu verleihende Gütesiegel informiert?

Die Einwohner von Baabe, Ferienhausbesitzer, Hotelinhaber, Bäckerei, Supermarkt, Kindergarten, div. Öffentliche Einrichtungen.

In Zahlen:

13 Hotels, ca. 300 Ferienhaus- und Bungalowbesitzer und ca. 450 Ferienwohnungsbesitzer, wobei sich manches überschneidet. Darüber hinaus wurden auch ca. 20 Gewerbetreibende anderer Sparten informiert. Das Siegel wurde von der Gemeinde Baabe selbst beantragt. Das Siegel wird auf Antrag vergeben.

Was heißt: "...komplexes Angebot für Allergiker im Urlaub"? Wie drückt sich das aus?

Menschen mit verschiedenen allergischen Erkrankungen, (z. B. Hausstaub-, Tierhaar-, Nahrungsmittelallergien) finden in Baabe Angebote:
Der Hausstauballergiker findet Zimmer, in denen die Betten mit milbendichten Schutzbezügen ausgerüstet sind, glatte Böden oder kurzflorige Teppiche, die dann mit einem Staubsauger mit HEPA-12-Filter gereinigt werden. Tierhaarallergiker sind durch Haustierverbot in entsprechenden Ferienhäusern vor Verschleppung von Allergenen sicher. Nahrungsmittelallergiker finden allergikergerechte Lebensmittel- bzw. Speisenangebote.

Wer und welche Anbieter nehmen an der Aktion teil?

Die Siegelvergabe fand am 08.05.2008 statt. Eine Liste der beteiligten Unternehmen können Sie abrufen indem Sie auf Anbieter klicken.

Vor Ort hat Baabe eine Projektkoordinatorin. Frau Uta Donner, die gleichzeitig Tourismusdirektorin im Ostseebad Baabe ist, erteilt Ihnen gern weitere Auskünfte: Telefon 03 83 03 - 1420, E-Mail: uta.donner(at)baabe.de

Welche Anforderungen müssen Ferienhäuser erfüllen, um "Allergikerfreundlich" zu sein?

  • Rauchfrei
  • Haustierfrei
  • Glatte Böden oder sehr kurzflorige Textile
  • Zwei Schlafplätze mit kompletten Encasings
  • Staubsauger mit HEPA 12-Filter
  • Nickelfreier Wasserkocher
  • Verantwortung der Überprüfung der Qualitätssicherung durch die Kurverwaltung (ein Besuch initial, dann alle zwei Jahre)

Sind Arztpraxen o.ä. involviert?

Ja, sie sind informiert und interessiert. Es besteht persönlicher Kontakt z. B. zu Kurarzt, Zahnarzt, Physiotherapie.

Wer konnte sich bewerben?

Alle Ferienhausbesitzer, Hotelinhaber, Bäckerei, Supermarkt, Kindergarten, div. Öffentliche Einrichtungen, die die beigefügten Kriterien erfüllen, konnten und können sich auch weiterhin bewerben.

Wie viele Bewerber gab es?

Bisher gibt es 31 Bewerber und zahlreiche Interessenten.

Wie lange dauert es von der Ausschreibung bis zur Vergabe?

Es gibt keine Ausschreibung und keine Frist für das Siegel. Nachdem z.B. die Gemeinde Baabe im Januar 2008 beschlossen hatte, allergikerfreundlich zu werden und das Siegel beantragte, stand ECARF allen Interessierten beratend zur Seite und ein Allergologenteam des Allergie-Centrum-Charité prüfte vor Ort am 3.4. die Erfüllung der Kriterien, führte beratende Gespräche durch und bot Schulungen an. In einem Hotel musste z. B. noch ein Ficus benjamin entfernt werden, eine Pflanze mit hochallergenem Potential. Der Anspruch, Allergikern ein breites Angebot sowohl allergikergerechter Unterkünfte als auch Versorgungsmöglichkeiten anzubieten, wird erfüllt.

Am 8.5. wurde das Siegel der Gemeinde und den beteiligten Einrichtungen offiziell übergeben. Wer dann noch mitmachen möchte und die Kriterien erfüllt, wird auch später noch individuell zertifiziert.

Kann ich mich als Anbieter oder Vermieter auch später noch beteiligen?

Das Siegel kann laufend beantragt werden von Herstellern, Unternehmen, Anbietern etc.

Zertifizierungsprozess: Wer entscheidet über Bewerber und Siegel?

Alle Bewerbungen werde nach wissenschaftlichen Kriterien im Hinblick auf die Allergikerfreundlichkeit vom Leiter der Stiftung und dem wissenschaftlichen Beirat geprüft.

Wie wird die eingereichte Bewerbung geprüft?

Der wissenschaftliche Beirat bzw. des ECARF-Expertenteam erhalten ein Muster des Produktes, z. B. Encasings, fordern vom Bewerber Prüfberichte und Analysen an, die z. B. die Milbenundurchlässigkeit beweisen. Diese Unterlagen werden geprüft. Danach wird über die Siegelvergabe entschieden. Zeitgleich werden mit dem Antragsteller Gespräche geführt.

Welche Kriterien müssen erfüllt sein?

Je nachdem, wofür das Siegel beantragt wurde, gibt es unterschiedlich Kriterien.  Generell wird das Siegel für allergikerfreundliche Produkte und Dienstleistungen vergeben. Auf der Homepage finden Sie hier: www.ecarf.org/allergy-foundation-info/seal/information.html. Bei einigen Produkten sind individuelle Messungen erforderlich (z. B. Encasings, s.o.)

ECARF – Kriterien für das Ostseebad Baabe

Anforderungen an Hotels & Restaurants

Öffentliche Bereiche
In  den öffentlichen Bereichen keine allergenen Grünpflanzen (generell keine Ficus benjamini, Gestecke ohne Gräser und blühenden Hasel- oder Birkensträucher)
Bei Ausstattung von z.B. Lobby, Restaurant(s) oder Wellnessbereichen mit Klimaanlage muss eine externe Kontrolle nach Richtlinien des Herstellers und regelmäßiger Filterwechsel erfolgen.
Räumlich getrennte Nichtraucherzonen im Restaurant und in der Lobby
Allgemeines Haustierverbot im Restaurant
Hinweise in Rezeption, Zimmern und Internet
Die Hinweise können im Design des Hotels erfolgen, sind aber mit dem ECARF-Siegel zu versehen.
(Hinweise: Aufsteller in deutsch und englisch im Bereich der Rezeption und im Internetauftritt des Hotels)
Gästen sollten Informationen als Aufsteller oder als Informationsbroschüre in den Zimmern zugängig gemacht werden. 

Zimmer / Innenräume
Nichtraucher/Haustierfreie Zimmer verfügbar (Rauch als reizender Faktor der Atemwege und Haustiere als Allergen stellen ein häufiges Problem für Atemwegsallergien dar)
In den allergikergeeigneten Zimmern sind keine allergenen Grünpflanzen zu halten. Die Topfpflanzen sind in diese Zimmern zur Minderung der Schimmelpilzbelastung nur in Hydrokultur zu halten.

Ein Zimmer auf Nachfrage für Milbenallergiker:
mit teppichfreien Böden (Staub/Milben-Reduktion)
allergenundurchlässige Schutzbezüge (Encasings) für Matratzen, Bettdecken und Kopfkissen zur Milbenreduktion
Generell in Zimmern Fensterlüftung oder qualitätskontrollierte Aircondition
Versorgung mit allergologisch/dermatologisch unbedenklichen Körperpflegeprodukten auf Nachfrage (Duftstofffreie Seife, Shampoo, Creme) Haustiere im Hotel nur mit Anmeldung erlaubt, Unterbringung nur im Zimmer in abgetrennten Etagen bzw.  mit räumlichem Abstand zu Allergikerzimmern erlaubt, um Verschleppung der Haare über den Boden zu vermeiden.

Restauration
Inhaltsstoffangaben der verwendeten Nahrungsmittel/Mahlzeiten auf Nachfrage Möglichkeit der Vorbestellung von Mahlzeiten unter Angabe individuell zwingend zu meidender Zutaten
Auf Frühstücksbuffet nuss- und mandelfreies Müsli und Brot verfügbar
Vorhalten einzelner ausgewählter Nahrungsmittel
Jährliche Information des Küchenpersonals zur Allergenmeidung durch eine allergologisch ausgewiesene Ernährungsfachkraft

Hinweisschild: auf Buffet oder Hinweis auf der Speisekarte.

Grundsätzlich in der Küche verfügbare Lebensmittel
Eifreie Hartweizenteigwaren, Spagetti, Gries, Reis, Kartoffeln (nicht vorgeschält)
haltbare Sojamilch, Sojajoghurt
haltbare laktosearme Milch
Selleriefreie Brühgrundlage (Brühwürfel-Pulver)
Tiefkühl-Fischstäbchen, Hähnchenprodukte mit eifreier Panade
mindestens eine Sorte Ei- und Nussfreies Milchspeiseeis,
Milch- und eifreies Fruchtsorbet
eine Packung haltbares glutenfreies Brot
Nuss- und mandelfreies Müsli 

Anforderungen an Ferienhäuser
Rauchfrei
Haustierfrei
Glatte Böden oder sehr kurzflorige Textile
Zwei Schlafplätze mit kompletten Encasings (milbendichte Überzüge für Matratzen und Bettzeug)
Staubsauger mit HEPA-12 Filter
Nickelfreier Wasserkocher
Verantwortung der Überprüfung der Qualitätssicherung durch die Kurverwaltung (ein Besuch initial, dann alle 2 Jahre) 

Anforderungen an Imbisse, Schnellrestaurants und Cafés
Hier gibt es nicht das Komplettangebot wie in den vollzertifizierten Restaurants, aber wichtige einzelne Ergänzungen, die den Urlaub schöner machen.
Absprachen von Restaurants und Cafés erleichtern ein umfassendes Angebot, z. B:
Ei-/nussfreier Kuchen
Ei-/nussfreies Eis
Milch- und eifreies Sorbet oder Vollfruchteis
Eisbecher mit allergikerfreundlichen Verzierungen (ohne Nuss, ohne eihaltige Waffel) 

Anforderungen an Supermärkte
Laktosefreie Milch
Glutenfreies Brot
Nussfreies Müsli
Ei-/nussfreies Tiefkühl-Kuchen (z. B. Apfelstrudel ohne Ei/Nuss)
Selleriefreies Tiefkühl-Gericht
Ei-/nussfreies Eis (Milch- und eifreies Sorbet oder Vollfruchteis) Familienpackungen und Einzelportionen

Anforderungen an Bäckereien
Deklaration von Backwaren: ohne Ei und ohne Nuss in der Rezeptur 

Leistungen der Gemeinde
Angebot von Informationen auf der Internetseite und im Ort (Infotafeln)
Die Gemeinde führt regelmäßige Pollenzählungen durch und wird bei der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst PID als eigene Messstation eingegliedert.
Die Gemeinde stattet alle Teilnehmer der Initiative mit Informationsmaterialien aus (Ordner/ Mappen mit ECARF-Texten, Flyer).
Bei Neubepflanzungen im öffentlichen Raum werden pollenarme Pflanzen bevorzugt. 

ECARF bietet Schulungen von Ärzten sowie von Mitarbeitern im Kindergarten im Ort an.

 

 

Was ist eine Pollenfalle, wie funktioniert sie, wie belastbar sind die Ergebnisse?

Mit Hilfe einer Pollenfalle kann man eine genau Analyse des Auftretens der wichtigsten Pollenarten in der Luft erfassen, so dass die von einer  Pollenerallergie betroffenen Personen durch die Pollenvorhersage rechtzeitig informiert bzw. gewarnt werden können.

Funktion der Pollenfalle:
Bei der Burkhardt- Pollenfalle handelt es sich um einen einstufigen Schlitzimpaktor. Der Ansaugknopf wird durch  Windfahne in Windrichtung gehalten.
Die Probenahme erfolgt durch Ansaugen der Außenluft (6m³/h) und Abscheidung auf einem kontinuierlich bewegten (2 mm/h) Klebestreifen.

Auswertung:
Die Anwendung einer einheitlichen Methode der Luftpollenerfassung in fast allen Ländern Europas ermöglicht vergleichbare Ergebnisse.
Dabei ist eine wesentliche Vorraussetzung die richtige Erkennung und Zählung der Pollen.
Die Auswertung erfolgt mikroskopisch.

Weitergabe der Daten: Für Pollenflugvorhersagen werden möglichst tägliche Auswertungen vorgenommen. Folgende Pollenarten werden registriert: Hasel, Erle, Birke, Süßgräser, Roggen, Beifuß, Traubenkraut (=Ambrosia)